Mit dem Projekt wird das Ziel verfolgt, Muster in der Sprache der Ingenieurwissenschaften am Beispiel der Automobiltechnik systematisch zu erfassen und zu beschreiben. Die Grundlage dafür bildet das Korpus Gingko (Geschriebenes ingenieurwissenschaftliches Korpus), das bisher 2517 wissenschaftliche Artikel aus zwei der renommiertesten deutschsprachigen Fachzeitschriften im Bereich der Automobiltechnik umfasst. Das Projekt wird von der DFG gefördert und steht unter der Projektleitung von Professor Christian Fandrych.

Aktuelles

Im Herbst 2021 soll ein Workshop stattfinden, über den Sie demnächst an dieser Stelle weitere Informationen finden werden.

 

Das Projekt

Im Projekt werden unterschiedliche grammatische Muster, die für die Fachsprache(n) der Ingenieurwissenschaften als typisch gelten, mithilfe des Korpus Gingko datenbasiert untersucht. Dies geschieht im Hinblick auf eine künftige Nutzbarmachung für das Deutsche als Fremd- und Zweitsprache. Das Projekt wurde im April 2017 an der Universität Greifswald begonnen (Projektleitung: Junior-Professorin Antje Heine) und wird seit Juli 2020 bis Dezember 2021 am Herder-Institut weitergeführt (Projektleitung: Professor Christian Fandrych).

 

Deutsche Hochschulen erfreuen sich seit über zehn Jahren einer wachsenden Zahl internationaler Studierender. 37 Prozent aller Bildungsausländer/innen (Studierende ohne deutsche  Hochschulzugangsberechtigung) waren 2017 in ingenieurwissenschaftlichen Fächern eingeschrieben, was die größte Gruppe der Bildungsausländer/innen darstellt (vgl. Heine/Schirrmeister/Anderson 2019: 2–3). In einigen Fachgebieten tendieren die Studienprogramme zwar zum Englischen als Unterrichtssprache, jedoch nutzen nur wenige Studiengänge ausschließlich Englisch und in fast allen Studiengängen der traditionelleren Bereiche wie Maschinenbau wird zumindest an den neun führenden Technischen Universitäten in Deutschland auf Deutsch unterrichtet (vgl. Heine 2019: 4–5).

Somit sind fundierte Kenntnisse des Deutschen als Wissenschaftssprache für internationale Studierende in der Regel essenziell für ihren Studienerfolg. Wie Aussagen verantwortlicher Lehrkräfte sowie kleinere Untersuchungen zeigen, haben zahlreiche internationale Studierende der Ingenieurwissenschaften jedoch häufig Schwierigkeiten damit, sich entsprechende Kenntnisse im Bereich des Deutschen als Wissenschaftssprache und in den wissenschaftlichen (deutschen) Fachsprachen anzueignen, was nicht zuletzt auch auf die geringe Menge und die Qualität spezifischer Lehrmaterialien zurückgeht.

Für die zukünftige Erstellung von adäquaten Lehr- und Lernmaterialien sind empirisch fundierte Erkenntnisse über die sprachlichen Besonderheiten von Fachsprachen notwendig. Bislang fehlte eine entsprechende belastbare Datengrundlage zur Gewinnung dieser Erkenntnisse – ein Umstand, dem mithilfe von Gingko für den Bereich der automobiltechnischen geschriebenen wissenschaftlichen Fachsprache Abhilfe geschaffen wird.  Das Projekt zielt daher darauf ab, eine Basis für eine empirisch fundierte Sprachförderung für internationale Studierende zu legen.

Im Rahmen des Projektes sollen postulierte Charakteristika ingenieurwissenschaftlicher und technischer Fachsprachen empirisch auf den Prüfstand gestellt und datenbasiert bzw. -geleitet beschrieben werden. Die Projektziele werden in den unterschiedlichen Teilprojekten konkretisiert.

Bislang werden resp. wurden folgende größere Teilprojekte bearbeitet:

  1. Die Ermittlung und Analyse ausgewählter unpersönlicher Ausdrucksmuster
  2. Nominalisierung (vor allem im Zusammenhang mit der Versprachlichung semantischer Relationen) sowie
  3. Verwendung figurativer Verben als ein Beispiel der Alltäglichen Wissenschaftssprache

Durch verschiedene statistische Methoden (z.B. Kookkurrenzanalyse, Analyse distinktiver Kollexeme) werden sprachliche Muster, die Ausdruck einer usualisierten Sprachverwendung sind, erfasst, systematisiert und beschrieben.

Gingko (Geschriebenes ingenieurwissenschaftliches Korpus) ermöglicht dem Projekt quantitative und qualitative Analysen eines repräsentativen Ausschnitts der geschriebenen ingenieurwissenschaftlichen Fachsprache der Automobiltechnik. Es besteht aus bisher 2517 wissenschaftlichen Artikeln der Zeitschriften Automobiltechnische Zeitschrift (ATZ) und Motortechnische Zeitschrift (MTZ) der Jahrgänge 2007 bis 2016; dies entspricht circa 4,7 Millionen Token. Das Korpus ist mithilfe des Treetaggers nach Wortart- und Lemma annotiert und in Satzspannen segmentiert. Für die projektinternen Analysen wird vor allem ANNIS genutzt. ANNIS ist eine quelloffene, browserbasierte Such- und Visualisierungsarchitektur für mehrschichtige Korpora mit verschiedenen Arten von Annotationen. Nach Projektende wird das Korpus über das Leibnitz Institut für Deutsche Sprache in Mannheim passwortgeschützt für linguistische Forschungszwecke verfügbar gemacht.

Heine, A. (2019). Wozu (ge-)brauchen Ingenieure figurative Verben? Eine Analyse auf Basis wissenschaftlicher Artikel. Informationen Deutsch als Fremdsprache. https://doi.org/10.1515/infodaf-2019-0057

Heine, A. & Rummel, M. (2019). Funktion statt Transformation: Kausale Relationen in wissenschaftlichen Texten. In I.-A. Busch-Lauer (Hg.), Studien zu Fach, Sprache und Kultur: Bd. 7. DaFF-Impulse – Deutsch als Fremd- und Fachsprache an Hochschulen (S. 11–32). Berlin: Frank & Timme.

Heine, A., Schirrmeister, L. & Anderson, M. O. (2019). The Better the Description, the Better the Instruction: Passives and Impersonals in the German Language of (Automotive) Engineering. German as a foreign language (2). http://www.gfl-journal.de/2-2019/heine.pdf

Rummel, M. & Heine, A. (2019). Von lexikalischen Markern zu komplexen Mustern – zum semantischen Profil automobiltechnischer Fachtexte. Fachsprache, 41(3-4), 123–141. https://doi.org/10.24989/fs.v41i3-4.1726

01/2019 Lars Schirrmeister & Marlene Rummel: „Das Zusammenspiel von Lexikon und Grammatik am Beispiel ingenieurwissenschaftlicher Texte“ in Greifswald, 15.01.2019.

07/2018 Marlene Rummel: „Konnektoren aus konstruktionsgrammatischer Perspektive“ auf dem Workshop „Identifizierung und Analyse von Frames, Mustern, Schemata und Konstruktionen mittels quantitativer Methoden“ an der TU Dresden, 09.07.2018.

04/2018 Lars Schirrmeister & Marlene Rummel: „Unpersönliche Ausdrücke in automobiltechnischer Fachsprache – eine Korpusstudie“ auf dem Workshop „Verb Classes, Semantic Frames, and Constructions“ am Institut für Deutsche Sprache, 26.-27. April 2018, Mannheim.

03/2018 Lars Schirrmeister: „Nonagentive Konstruktion in automobiltechnischen Fachtexten – eine Korpusstudie“ auf dem „19. Norddeutschen Linguistischen Kolloquium 2018“ an der Universität Greifswald, 22.03.2018.

02/2018 Lars Schirrmeister: „The Better the Description, the Better the Instruction“ auf der Konferenz „Constructionist Approaches to Language Pedagogy 3” (CALP 3) an der University of Texas at Austin, 15.-17.02.2018, Austin, USA.

07/2017 Antje Heine, Lars Schirrmeister & Nina Suppus „Muster in der Sprache der Ingenieurwissenschaften - Konstruktionsgrammatische Analysen auf Basis des Korpus Gingko“ auf dem Workshop „Annotationen und Analysen von konstruktionalen Mehrworteinheiten“ an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, 05.-06.07.2017.

Team

Prof. Dr. Christian Fandrych

Prof. Dr. Christian Fandrych

Universitätsprofessor

Linguistik des Deutschen als Fremdsprache
Geisteswissenschaftliches Zentrum
Beethovenstraße 15, Raum 1010
04107 Leipzig

Telefon: +49 341 97-37511
Telefax: +49 341 97-37529

 Annette Portmann

Annette Portmann

Wiss. Mitarbeiterin

Linguistik des Deutschen als Fremdsprache
Geisteswissenschaftliches Zentrum
Beethovenstraße 15, Raum 1004
04107 Leipzig

Telefon: +49 341 97-37515

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Lars Uwe Schirrmeister

Wiss. Mitarbeiter

Linguistik des Deutschen als Fremdsprache
Geisteswissenschaftliches Zentrum
Beethovenstraße 15
04107 Leipzig

Dr. Franziska Wallner

Dr. Franziska Wallner

Wiss. Mitarbeiterin

Herder-Institut
Geisteswissenschaftliches Zentrum
Beethovenstraße 15, Raum 1002
04107 Leipzig

Telefon: +49 341 97-37531

Ehemalige Teammitglieder

Ehem. Projektleitung: Junior-Prof. Dr. Antje Heine

Wiss. Mitarbeiterin: Dr. Cordula Meißner

Wiss. Mitarbeiterin: Marlene Rummel, M. A.

Wiss. Mitarbeiterin: Nina Suppus, M. A.

Wiss. Hilfskraft: Rebekka Fricke, M. A.

Wiss. Hilfskraft: Bárbara Mendoza Sánchez, Lic.

Stud. Hilfskraft: Sarah Brauer

Stud. Hilfskraft: Anne Hertel

Stud. Hilfskraft: Marcel Knorn

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